Ihre Gedanken können Ihnen Himmel oder Hölle sein!

Zweifellos ist das Leben  gerade in unserer heutigen von Hektik und Leistungsdenken geprägten Zeit  nicht immer leicht zu ertragen. Kein Mensch bleibt dabei von Ängsten, Sorgen, Belastungen oder schweren Schicksalsschlägen verschont.

Zwar scheint es auf den ersten Blick die einen mehr und die anderen weniger zu treffen“, doch immer nur eitel Sonnenschein“ gibt es bei keinem Menschen. Das ist nichts Neues. Das hat die Natur so eingerichtet.

Es führt deshalb kein Weg daran vorbei, dass Krisen  welcher Art auch immer sie sein mögen  auch dazu da sind, uns reifer“ zu machen. Sie wollen uns indirekt dazu anregen, dass wir uns Gedanken über unser Leben (und vielleicht auch den Tod) machen, dass wir unsere Einstellungen überdenken, überhöhte Erwartungshaltungen zurückschrauben, uns wieder mehr auf die schönen Dinge“ des Lebens konzentrieren usw. An der Art und Weise, wie wir mit Krisen umgehen, zeigt sich immer auch der persönliche Reifegrad eines Menschen. Werden wir sofort mutlos, geben wir auf, verfallen wir in tiefste Depression? Oder versuchen wir das Beste daraus“ zu machen, nehmen wir die Krise vielleicht sogar als Schicksalswink“, als Chance zu einem besseren Neubeginn“, bei dem wir alte Fehler vermeiden?

Die moderne Psychologie hat herausgefunden, dass man Krisen zwar durchleben“ muss, ihnen aber zugleich am sinnvollsten mit einer positiven Lebenseinstellung begegnet: mit der sogenannten Ich-werde-es-schaffen-weil-ich-es-
schaffen-will-Strategie“. Eine solche positive Lebenseinstellung erfordert zunächst eine Grundentscheidung, die jeder für sich selbst treffen kann. Man kann sofort damit anfangen. Jetzt und hier  im Augenblick!

Es ist wissenschaftlich nachgewiesen: Pessimistische Gedanken, vor allem wenn sie über Jahre hinweg durchgezogen“ werden und sich in unserem Unterbewusstsein festgesetzt haben (ohne dass wir dies bewusst merken), können auf Dauer krank machen, sogar körperlich. Wir wissen heute, dass Krankheiten sehr oft als Folge ungesunden, d.h. misstrauischen, ängstlichen, zwanghaften Denkens entstehen. Gedanken und Einstellungen haben direkten Einfluss auf die Gesundheit.

Sind Sie gewöhnlich pessimistisch eingestellt? Ertappen Sie sich öfters dabei, dass Sie folgende Gedanken hegen:

• Das Leben ist ein Kampf.

• Ich habe es zu nichts gebracht  (oder werde es nie zu etwas bringen).

• Der Mensch an sich ist schlecht.

• Ich werde immer von meinem Chef abhängig sein.

• Das Geld reicht sowieso nie.

• Ich muss mich damit abfinden, dass mein Mann/meine Frau mich nicht glücklich machen kann.

• Meine Kinder machen mir nur Schwierigkeiten.

• In meinem Alter ist so ziemlich alles gelaufen.

• Wenn ich noch einmal jung wäre, würde ich alles ganz anders machen.

• Wenn ich Millionär wäre, könnte ich Spaß haben und alles machen, was mir Spaß bereitet.

Diese Denkweisen charakterisieren eine NegativDenkweise“, die sich langfristig sehr schädlich auf die Gesundheit auswirken kann. So seltsam es klingt: Aber solche Gedanken erhöhen den Blutdruck und damit die Wahrscheinlichkeit von HerzKreislaufErkrankungen! Unser Körper formt sich stets nach unserer inneren Haltung, die wir uns selbst und dem Leben gegenüber eingenommen haben.

Kein Mensch wird sich freiwillig dafür entscheiden, die Hölle auf Erden“ zu erleben. Woran liegt es also, dass wir durch unsere negativen Gedanken krank werden? Oft scheint es beinahe so, als sei unser Denken wie ein Computer falsch programmiert. Doch dieses GedankenProgramm können wir jederzeit verändern. Wir denken etwa 10 000 Gedanken am Tag. Gedanken besitzen eine Eigendynamik, die wir Gedankenkraft“ nennen. Jeder Gedanke hat die Tendenz, sich zu verwirklichen. Da unser Denken und unsere Lebenseinstellung die Summe unserer Gedanken ist, können wir uns vorstellen, warum es so wichtig ist, positiv zu denken. Wenn wir positiv denken und uns bemühen, jeden negativen Gedanken  sobald er auftaucht  durch einen optimistischen zu ersetzen, können wir Erfolg, Glück, Gesundheit im wahrsten Sinne des Wortes herbeidenken“. Diese Methode funktioniert zwar nicht immer sofort auf Knopfdruck“  schon gar nicht, wenn man jahrlang negative Gedankenmuster gepflegt hat , aber nach einiger Zeit des positiven Programmierens“ werden Sie erste Erfolge feststellen können.

Was kann ich tun, um Risikofaktoren in der Lebenseinstellung zu verringern?

• Positiv denken:
Von größter Bedeutung ist, dass Sie sich selbstkritisch beobachten, damit Sie sofort merken, wenn Sie negative Gedanken pflegen.
Versuchen Sie einmal nur einen Tag lang, sich nicht von den negativen Gedanken Ihrer Umwelt anstecken“ zu lassen. Sie werden staunen, wie gut Sie sich am Ende dieses Tages fühlen.

Unser Tipp: Versuchen sie jeden auftretenden negativen, pessimistischen Gedanken sofort durch einen positiven, optimistischen zu ersetzen. Mit der Zeit wird sich Ihr ganzes Denksystem ändern. Die Folge: Ihr Computer“ wird positiv programmiert und macht Sie resistenter gegenüber Krankheiten. Vielleicht bekommen Sie sogar Lust, eine Entspannungstechnik wie Yoga“ oder Autogenes Training“ zu lernen!

• Das soziale Netz stärken:
Der Mensch ist ein geselliges Wesen. Zurückgezogenheit und Abkapselung machen nicht nur eigenbrötlerisch, sondern sind ungesund. Der Aufbau eines Freundeskreises dauert lange. Auf dem Weg gibt es immer wieder Enttäuschungen. Ein Freundeskreis braucht Zeit und will gepflegt werden. Zurückgezogensein erhöht das Risiko einer HerzKreislaufErkrankung um das doppelte. Was bedeutet ein doppelt so hohes Risiko“? Nun, nehmen wir an, Ihr Risiko betrage 5 %, dass Sie in den nächsten Jahren einen Herzinfarkt erleiden. Doppeltes Risiko = 10 %. Setzen Sie sich in das Flugzeug einer Fluggesellschaft, die im Schnitt doppelt so viele Abstürze hat wie eine andere?

Unser Tipp: Stärken Sie soziale Kontakte! Suchen Sie alte Freunde auf oder suchen Sie sich neue! Sie werden staunen, wie viele interessante Menschen es in Ihrer Umgebung gibt. Scheuen Sie sich nicht, aktiv auf sie zuzugehen. Wenn Sie keine Freunde (mehr) haben sollten, rufen Sie heute an bei … Sie schreiben einen Brief an …

• Aktivitäten/Begeisterungsfähigkeit ausbauen:
Nicht jeder ist Sportler  warum auch? Es soll hier auch nicht um Sport gehen, sondern um die notwendige körperliche Bewegung, die unsere Muskeln, unsere Gelenke, unser Herz, unser Kreislaufsystem, unsere Atmung, unser Nervensystem, unser Hormonsystem und auch unser Gemüt brauchen.
Begeisterungsfähig ist, wer sich einer Aufgabe verschreiben kann. Eine solche Aufgabe muss eine gewisse persönliche Herausforderung darstellen. Wenn man an einer solchen Aufgabe arbeitet, muss man das Gefühl bekommen: Dies ist bedeutungsvoll, was ich hier mache, ich merke, wie ich wirklich am Leben teilnehme. Man bekommt das Gefühl von Lebendigkeit, und dies ist erlebtes und gelebtes Leben. Diese Aufgabe kann in der Familie liegen, in der Freizeit, im Beruf. Man sollte für eine solche Aufgabe im Durchschnitt vier bis sechs Stunden pro Woche einkalkulieren. Es sollte also etwas sein, was man aus einem inneren Bedürfnis heraus unternimmt. Man darf sich diese Aufgabe aber nicht überdimensional aufbürden. Die Aufgabe muss man in absehbarer Zeit abschließen können. Beispiele hierfür können sein: einen Arbeitsplatz freundlich einrichten, wieder mit Malen beginnen wie in der Schulzeit, Unternehmungen mit der Familie voll planen und organisieren. Aber auch »nur« jeden Tag bewusst eine Stunde lang, den Alltag freudig ablaufen lassen.

Unser Tipp: Vermeiden Sie blinden Aktivismus, sondern suchen Sie sich eine Aktivität aus, die zu Ihnen passt (siehe hierzu auch Kapitel 4), und betreiben Sie diese regelmäßig, aber mäßig!

• Der innere Lebensentwurf:
Ihr innerer Lebensentwurf hat große Bedeutung, ob Sie sich langfristig gesund und leistungsfähig erhalten können. Einerseits ist der Lebensentwurf abhängig von dem, was wir von unseren Eltern an Einstellungen vererbt bekommen haben. Andererseits sind wir aber auch selbst für dafür verantwortlich. Ein Lehrer am Gymnasium sagte uns damals: Ab der 12. Klasse ist jeder für sein Gesicht selbst verantwortlich.“  Dem ist nichts hinzuzufügen.

Fazit: Durch Positives Denken, Bewegung und Aktivität werden mehrere Probleme gleichzeitig gelöst: Kummer wird besser verarbeitet, man lernt (neue, vielleicht interessante) Leute kennen, das soziale Netzwerk verbessert sich, der Organismus insgesamt wird Stressresistenter und somit besser gefeit gegen neuen Kummer.